{"id":16147,"date":"2019-06-10T13:48:02","date_gmt":"2019-06-10T13:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gaia-essen.de\/?p=15999"},"modified":"2019-06-10T13:48:02","modified_gmt":"2019-06-10T13:48:02","slug":"herr-kolja-reichert-faz-weswegen-haben-wir-die-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/herr-kolja-reichert-faz-weswegen-haben-wir-die-kunst\/","title":{"rendered":"Herr Kolja Reichert (FAZ), weswegen haben wir die Kunst?"},"content":{"rendered":"<p>(1272) <strong>+++ Gewalt (IV) +++<\/strong> Kolja, Deine Hofberichterstattung \u00fcber die Parteienaristokratie und deren Befindlichkeiten hinsichtlich der Kunst eines Axel Krause in der Provinz der EU mit dem Namen Deutschland ist die \u00fcbliche Fake News, die zu einem totalit\u00e4ren Regime passt. Schon der erste Satz, der eine Debatte \u00fcber die Kunstfreiheit verspricht, wird ganz am Ende Deines Textes in der FAZ vom 09\/06\/19 zur &#8220;Scheindebatte&#8221; \u00fcber diese im vorliegenden Fall erkl\u00e4rt. Aus einer sprachlichen Er\u00f6rterung im Parlament, einer die Tatsachen und deren Sachverhalte essayistisch in einem Schreiben vorgestellten Zusammenhang geschaffen f\u00fcr die freilassende Selbstbildung der B\u00fcrger-in wird bei Dir zu einem systemstabilisierendes Propagandawerk f\u00fcr die sozialfaschistische Oligarchie.<br \/>\nDann beginnst Du Dein rhetorisches St\u00fcck mit dem Titel &#8220;\u00dcber Bilder streiten, nicht \u00fcber Politik&#8221;. Die Debatte der politischen Kontrahenten soll also \u00fcber die k\u00fcnstlerische Leistung des politisch verfemten B\u00fcrgers er\u00f6ffnet werden und nicht \u00fcber seine politische Einordnung. Ja, Kolja, gegen Kunstkritik ist doch nichts einzuwenden! Aber Dein unappetitlicher Vorschlag hei\u00dft doch nichts anderes, da\u00df selbst das Gegenstandsfeld der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Kunstgegenst\u00e4nden mi\u00dfbraucht werden soll, um mit einer den Tatsachen nicht entsprechenden Bewertung seinem k\u00fcnstlerischen Ansehen zu schaden, was Du dann auch schlussendlich vorexerzierst der G\u00f6ttin Hybris dienend.<br \/>\nKolja, mit Bildern zeigt sich der gesetzgeberische Wille des seienden Seins des kunstreligi\u00f6sen Goethevolkes in der naturwirklichen Welt. Diese sind sakrosankt! Diese bilderst\u00fcrmerisch irgendwelchen Sekten zur Zerst\u00f6rung preiszugeben vernichtet Kultursubstanz! Willst Du das! Die 26. Leipziger Jahresausstellung lud den K\u00fcnstler Axel Krause doch nicht wegen seiner Bilder aus! Es war das \u00fcbergriffige Wesen der Machthaber-innen, das seine Exekutivfunktion verwendet, um seinen B\u00fcrgerkrieg gegen das Staatsvolk nicht einstellen zu m\u00fcssen. Mit Deiner Aussage &#8220;Aber was malt er eigentlich?&#8221; verschiebst Du weiter das Gespr\u00e4ch in der gewaltt\u00e4tigen Praxis in Richtung menschliches Subjekt, obwohl es auf diesem Kampfplatz um Objekte geht. Geht es Dir in Wahrheit um die Verdinglichung eines Symbols? Du fragst zwar nach der kulturellen Ergiebigkeit, doch es geht Dir wohl eher um eine interessengeleitete Interpretation. Auch die Frage nach dem Was deutet in diese Richtung. Deine \u00c4sthetik ist eben nicht auf Erkenntnis aus, sondern auf Theorie unter der Federf\u00fchrung Deines Narziss.<br \/>\n&#8220;Was f\u00fcr eine Rolle in diesem politischen Streit eigentlich die Kunst spielte&#8221;, willst Du wissen, nachdem der K\u00fcnstler zuerst von der Galerie Kleindienst in Leipzig und dann von der Jahresausstellung ausgeladen wurde. Kolja, Deine Flucht in das Chaos der Wahrnehmung ohne Erkenntnisidee ist eine in die reine Kontingenz, in der das Recht des St\u00e4rkeren herrscht. Deshalb schreibst Du auch Fake News, die das Anciene Regime verherrlichen! Ungeregelte Gewalt nicht milit\u00e4rgrundgesetzlich gesch\u00fctzte Kunst habe etwas zu sagen! Stimmt das? Oder wie ist es zu verstehen, da\u00df Du lieber nach dem &#8220;K\u00fcnstlersein&#8221; fragst, das seine beh\u00f6rdliche Erlaubnis &#8220;etwas zeigen und meinen zu d\u00fcrfen&#8221; einholt und nach der &#8220;Verteilung von Pl\u00e4tzen&#8221;, &#8220;wer das wo darf?&#8221;. Dann erschreckst Du die Leser-in ebenfalls fragend wieder mit der &#8220;Nazikeule&#8221;, indem Du ihn als m\u00f6glichen &#8220;Vorzeigek\u00fcnstler&#8221; einer sozialen Gruppe erw\u00e4hnst, die Du als die &#8220;Neuen Rechten&#8221; in Stellung bringst. Nichtrechte k\u00f6nnten so f\u00fcr seine Installation verantwortlich gemacht werden, allein weil sein Auftritt ihnen nicht schmecke. Warum sprichst Du nicht von der revisionistischen Linken, mit der Du doch auch sympathisierst? Aha, in der Zeitschrift &#8220;Tumult&#8221; werden seine Bilder abgedruckt. Dann endlich der lang vorbereitete \u00dcbergang in die Kunstgeschichte.<br \/>\nVorher aber noch der Form halber etwas zur Aufgabe der Kunst! Nach Jacques Rancier sei ihr Anliegen die revolution\u00e4re Umverteilung der Sinnlichkeit! Kunst sei also Politik und gegen die Herrschaftspraxis einer dekadenten Kompradorenbourgeosie gerichtet. Kolja, bist Du ein Konterrevolution\u00e4r, weil Du den Erneuerungsimpuls der Kunst auftragsgem\u00e4\u00df mit Deiner Arbeit erschwerst? Die Natur, die den Menschen erfunden hat, hat ihn in weiser Voraussicht mit der Kunst begabt, da immer wieder die Souver\u00e4nit\u00e4t des Volkes durch eine Oligarchie entwendet wird, damit diese den Vollzugriff auf die von diesen geschaffenen G\u00fcter erlangt. Mit den revolution\u00e4ren Subjekten aber, die im Dienst von Wissenschaft und Kunst stehen, kann deren Maskerade entlarvt werden.<br \/>\nDein Textende aber, Kolja, in dem Du dem K\u00fcnstler tats\u00e4chlich rundweg seine Kompetenz absprichst, ohne auf seine Symbole inhaltlich einzugehen, das hat mehr mit Diffamierung zu tun als mit \u00c4sthetik im Sinne von Kunstkritik. (wird fortgesetzt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(1272) +++ Gewalt (IV) +++ Kolja, Deine Hofberichterstattung \u00fcber die Parteienaristokratie und deren Befindlichkeiten hinsichtlich der Kunst eines Axel Krause&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-16147","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16147"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16147\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/orexis.io\/clone_gaia-essen15-11-20\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}