{"id":115,"date":"2012-08-23T10:07:24","date_gmt":"2012-08-23T10:07:24","guid":{"rendered":"http:\/\/evolutionscafe.de\/?p=115"},"modified":"2026-02-13T15:40:52","modified_gmt":"2026-02-13T15:40:52","slug":"zum-kulturbegriff-des-goethevolkes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/?p=115","title":{"rendered":"Zum Kulturbegriff des Goethevolkes + Video: Griechische Religion"},"content":{"rendered":"<p>(008) <strong>Attribut: Individualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Text entwirft eine philosophische Vision, die eine strikte Trennung zwischen blo\u00dfer\u00a0<strong>Zivilisation und wahrer Kultur<\/strong>\u00a0postuliert, wobei letztere untrennbar mit der\u00a0<strong>individuellen Selbstbildung<\/strong>\u00a0und dem Erbe der Weimarer Klassik verbunden ist. Der Autor sieht das Ideal des Menschseins in der\u00a0<strong>\u00e4sthetischen Autonomie<\/strong>\u00a0begr\u00fcndet, die sich historisch am Vorbild des antiken Griechenlands orientiert und den Menschen als<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Video des poetologischen Fragmentes im Stil einer Rezension<br \/>\n<\/strong>Kunst als Betriebs-System einer gesunden Gesellschaft<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-115-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/008-Kunst_als_Betriebssystem_einer_gesunden_Gesellschaft.m4a?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/008-Kunst_als_Betriebssystem_einer_gesunden_Gesellschaft.m4a\">https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/008-Kunst_als_Betriebssystem_einer_gesunden_Gesellschaft.m4a<\/a><\/audio>\n<p>sch\u00f6pferisches Wesen in einen\u00a0<strong>Dialog mit dem G\u00f6ttlichen<\/strong>\u00a0stellt. Jegliche kollektivistischen oder totalit\u00e4ren Strukturen werden als\u00a0<strong>antihumanistische Barbarei<\/strong>\u00a0abgelehnt, da sie den freien Willen unterdr\u00fccken und die geistige Individualit\u00e4t des Einzelnen verleugnen. Um den drohenden Kulturverfall abzuwenden, fordert das Werk eine\u00a0<strong>Kunstrevolution<\/strong>, die in einer\u00a0<strong>sozialen Dreigliederung<\/strong>\u00a0m\u00fcndet und die politische Freiheit als notwendige Bedingung f\u00fcr die volle Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit etabliert.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Poetologisches Fragment<\/strong><br \/>\nUnterscheidung zwischen Kultur und Zivilisation im Lichte der Weimarer Klassik<\/p>\n<p><em>Faust:<\/em> &#8220;Grunds\u00e4tzlich muss zwischen Kultur und Zivilisation unterschieden werden. Selbstbildung und \u00e4u\u00dfere Naturbeherrschung sind unterschiedliche Gegenstandsbereiche. Selbstverst\u00e4ndlich besteht zwischen beiden eine Beziehung. Ohne entsprechende<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Video des poetologischen Fragmentes im Stil einer Rezension<\/strong><\/p>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-115-1\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/008-Kultur_Kunst__Revolution.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/008-Kultur_Kunst__Revolution.mp4\">https:\/\/orexis.io\/evolutionscafe\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/008-Kultur_Kunst__Revolution.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>Beherrschung und Evolution der inneren Natur im Sinne der altgriechischen Paideia werden auch die Erfolge im \u00c4u\u00dferen bescheiden bleiben, wird das absolute Entwicklungsziel der Menschheit verfehlt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/iRWZRE5XDMY?list=PLxsk64S9UMmd7gaBWN7waAEEBJ09q5uTr\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Es kann im Bereich der nicht offenbarungsreligi\u00f6s verstandenen Metaphysik nur ein absolutes Entwicklungsziel der Menschheit geben und damit auch nur eine wahre Kultur, die des Goethevolkes. Es ist das Idealvolk der griechischen Klassik, das Volk, dem wir in Neu-Weimar begegnen k\u00f6nnen. Es ist das Volk, das ein einmaliges, freilassendes, k\u00fcnstlerisches Verh\u00e4ltnis zu seinen G\u00f6ttern hatte und diese ebenfalls zu jenem. Es pflegte zu diesen G\u00f6ttern eine Beziehung, wie sonst kein anderes Volk in der Welt zu den ihrigen.<\/p>\n<p>Die Erforschung und Gestaltung der Natur war gleichzeitig ein religi\u00f6ser Vorgang, denn man war bei jeder Handlung immer im Dialog mit den g\u00f6ttlichen Wesenheiten, die dort involviert waren. Der Mensch war eben ein lebendiger und gleichzeitig durch seinen Logos ein herausgehobener Bestandteil der Natur, der auf Augenh\u00f6he mit den Gottheiten den Weltprozess absolut beeinflussen konnte. Die kulturschaffende Bet\u00e4tigung des eigenen Logos war eine einzige Lobpreisung der ihn umgebenden \u00fcbersinnlichen und trotzdem anschaubaren Kr\u00e4ften, was in den Objekten aus der damaligen Zeit ersichtlich wird.<\/p>\n<p>Da das Prinzip der Natur die Kunst ist und der Mensch nur deshalb Mensch ist, weil er sie wesenhaft darstellt, ist jede Ideologie, die diese geisteswissenschaftliche Tatsache ablehnt, antihumanistisch. Sie macht den Menschen zu einer tiergleichen Welterscheinung. Damit w\u00e4ren wir wieder in der Barbarei angekommen.<\/p>\n<p>Die Knechtung des individuellen Menschengeistes kann unm\u00f6glich Teil einer &#8216;Religion&#8217; sein. Es ist die selbstbildungsf\u00e4hige, \u00e4sthetische Autonomie des totalexistierenden Menschen, die absolute Freiheit des Willens des menschlichen Einzelwesens, die F\u00e4higkeit einen absolut neuen Anfang ohne jegliche Fremdbestimmung zu setzen, die den Tartaros verschlossen h\u00e4lt, wo die vormenschlichen Entit\u00e4ten nur darauf warten die geistig freie Individualit\u00e4t wieder zu unterwerfen.<\/p>\n<p>Jede Art von Sozialfaschismus, jede Form von totalit\u00e4rer Herrschaft, ob sie sich nun religi\u00f6s, scheinbar s\u00e4kular oder beides verneinend sich \u00fcber die Macht des St\u00e4rkeren etabliert, die den &#8216;Staat&#8217; verabsolutiert und die Freiheit des Willens negiert, schafft einen antievolution\u00e4ren, kulturvernichtenden G\u00f6tzen. Das relative Ziel wird verg\u00f6ttert, die politische Klasse als gutmenschliche, &#8216;anst\u00e4ndige&#8217;, im Reich der absoluten Zwecke Platz genommene &#8216;Herrenrasse&#8217; installiert und das Sklavenvolk rassistisch verfolgt, als Untermenschen, die sich au\u00dferhalb jeglicher zivilisatorischer Standards befinden, behandelt. Der ge\u00f6ffnete <em>Tartaros<\/em> wird diabolisch durch Propaganda als Segen f\u00fcr die Menschheit dargestellt.<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt der kulturellen Entwicklung in der Zeit der Weimarer Klassik wurde schnell \u00fcberschritten. Der Kulturverfall stabilisierte sich in der Zivilisation. Nun ist diese dabei sich in Barbarei zu verwandeln. Abhilfe schafft nur eine Kunstrevolution, wie sie schon im Milit\u00e4rgrundgesetz vorbereitet ist. Es fehlt nur noch das Volk, welches auf der Umsetzung des politischen Versprechens zur Errichtung einer freiheitlichen &#8216;Herrschaft&#8217; in Mitteleuropa besteht, welches eine der Verfassung entsprechende demokratische Lebensform einfordert, unter der die freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit f\u00fcr alle ohne Ausnahme m\u00f6glich ist. Hier muss der Begriff der Person wieder mit dem der geistigen Entit\u00e4t der Individualit\u00e4t verkn\u00fcpft werden.<\/p>\n<p>Der im Reich der M\u00f6glichkeit verankerte Primat der Kunst verlangt erstens den \u00e4sthetischen, direkt &#8211; demokratischen, organischen Aufbau einer Gemeinschaft und zweitens die soziale Dreiteilung in einen geisteswissenschaftlichen, rechtswissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich, die ganzheitlich mit einander verbunden sind.&#8221; (wird fortgesetzt)<\/p>\n<p>Henryk Dykier. Copyright (C). Alle Rechte ohne Ausnahmen vorbehalten!<br \/>\n_____________________<br \/>\n<strong>\u00c4nderungen<\/strong><br \/>\n*1) (13\/02\/26) Aus &#8216;Individuali\u00e4t&#8217; in der Titel-Zeile wird &#8216;Individualit\u00e4t&#8217;.<br \/>\n*2) (13\/02\/26) Aus &#8216;direkt &#8211; demokratisch&#8217; wird &#8216;direkt-demokratisch&#8217;.<br \/>\n*3) (13\/02\/26) Das scharfe &#8216;\u00df&#8217; wird in bestimmten F\u00e4llen gegen das normale &#8216;s&#8217; ausgetauscht.<br \/>\n*4) (13\/02\/26) Es wird eine Urheber-Zeile eingef\u00fcgt.<br \/>\n*5) (13\/02\/26) Es wird die Sprecher-Instanz &#8216;Faust&#8217; dem Fragment vorangestellt.<br \/>\n*6) (13\/02\/26) Statt &#8216;Sozialismus&#8217; wurde seine oligarchische Form gew\u00e4hlt &#8216;Sozialfaschismus&#8217;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(008) Attribut: Individualit\u00e4t Zusammenfassung Dieser Text entwirft eine philosophische Vision, die eine strikte Trennung zwischen blo\u00dfer\u00a0Zivilisation und wahrer Kultur\u00a0postuliert, wobei letztere untrennbar mit der\u00a0individuellen Selbstbildung\u00a0und dem Erbe der Weimarer Klassik verbunden ist. 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