Areopag: Zweites kunstreligiöses Rechtsgutachten. Feiertage

Themistes: Der Seminarleiter des Areopags am Artemision in der Stadt Essen fordert für das Goethevolk vorerst zwei Feiertage, um dem Goetheereignis in der Mitte des 18ten Jahrhunderts entsprechend seiner Impulskraft für die weitere Verwirklichung der geistig absolut freien Individualität auf der Erde auch gerecht werden zu können. An einem Tag soll des Wiedereinzuges Goethes in Neu – Weimar freudig gedacht werden. Es ist der Frühlingsanfang am 22ten eines jeden Jahres, der ab sofort das kunstreligiöse Goethevolk vor allen anderen Anhängern eines totalitären Offenbarungsglaubens auszeichnet. An diesem Tage hat Goethe nicht nur mit der von ihm heiß geliebten Natur das kühle Hochzeitsbett geteilt, sondern ihr auch die Kunstwahrheit zurückgegeben. Das am Frühlingsanfang eines Tages der Botschafter von Neu – Weimar nach vollbrachter Einführung der für alle Menschen gültigen Kunstreligion der 6. Kulturepoche wieder in das ästhetische Herzogtum zurückkehren und er damit allen anderen tradierten Sichtweisen auf das Ganze ihre Rechtfertigungbasis nehmen wird, ist nicht nur evolutionär verständlich, sondern auch in allen jetzt entwicklungsgeschichtlich überholten heiligen Texten nachlesbar. Eines Tages mußte zwangsläufig sich eine Individualität verkörpern, die einen zeitgemäßen Zugang zum Ganzen bildlich vermittelt, der mit dem alten Denken nicht mehr realisiert werden kann. An dem anderen Tag, im Sommer, dem 28ten August, soll der Beginn des beispiellosen Werdeganges dieser poetologischen Evidenz ausgiebig gefeiert werden.