Wir, das Autorenkollektiv, verherrlichen das lebendige Paradox!

(904) +++ Widerspruch +++ Die Einheit der Gegensätze ist für den goetheanistischen Phänomenologen ein Axiom, eine prinzipielle Erkenntnishilfe für das ganzheitliche Verständnis aller Welterscheinungenen in ihren unterschiedlichen Seinsebenen. Aber auch Mao tse-tung vertrat die Ansicht, daß die Dinge in weit höherer Weise mit einander interagieren und auch innerhalb des einen Gegenstandes sei ein Kampf um den nächsten Entwicklungsschritt zu beobachten, als es die Besitzstandswahrer-innen zugeben wollten.   ¶   Es wird sich zeigen, daß der von ihm gewählte dialektische Materialismus noch ganz anders angeschaut werden kann, als es die zur sozialfaschistischen Oligarchie gehörende liberale Linke tut. Die gemeinsame Kulturarbeit des menschlichen Abbildes mit seinem Urbild, das strebende Bemühen der Causa Effiziens mit der Causa Finalis zur Schaffung eines zyklischen Kunstwerkes im Sinne von Hölderlin und Novalis, ist im Politischen doch genau das, die Hervorbringung einer verbesserten Sozialen Plastik aus der Sittlichkeit heraus und nicht nur aufgrund äußerer moralischer Maßstäbe. Dies alles kann geschehen, weil wir von Natur aus die Prämissen sind und völlige Wahlfreiheit haben. Wir können das Gute oder das Böse, das Wohl der Polis oder das eigene wollen. Die jeweilige Allaussage mit der notwendigerweise folgenden Konklusion verknüpfen wir aber nur dann, wenn wir die dazu passende Arete über die Paideia uns angeeignet haben. Ohne Ausnahme ist dies für uns alle eine große kunstrevolutionäre Aufgabe. Goethe will es! (wird fortgesetzt)

Wir arbeiten an der bisher vernachläßigten Evolution der Polis

Das Goethevolk, das urphänomenale Volk der Polis, das Volk von Neu-Weimar, ist der Möglichkeit nach schon jenseits des Metaphysischen vorhanden. Es muß sich durch den spontanen Akt der einzelnen Individualität nur noch als transzendental moralisches verwirklichen und dies ist ein kunstreligiöser Vorgang. Deshalb stellt das BRD-Regime das absolute Böse dar, weil es diesen umstülpenden Entwicklungsschritt, der von dem Ganzen romantisch gewollt wird, antievolutionär verhindert. Kant hat mit dem Begriff der Pflicht 1) genau den ästhetischen Zwischenraum der Göttin Artemis geschaffen, in dem die Causa Finalis (Zweckursache), unsere Entelechie, ein Aspekt der Form, durch den anderen, der Causa Effizienz (Wirkursache) tätig wird. Erst, wenn der Mensch über seine Charakterbildung fähig wird das Ideal des anderen Mitgliedes der Polis aristokratisch zu akzeptieren und mit ihm gemeinsam an der Verwandlung der “Sozialen Plastik” arbeiten kann, erst dann ist das nächste Basislager der Besteigung des Göttinnen- und Götterberges Niyamgiri erreicht. 2) Die Adivasi (eine indigene Bevölkerungsgruppe in Indien) sind wir alle, angesichts der gewalttätigen moralischen Erpressung, die aus dem Pluto- und Tartarosbereich heraus wirkt.
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1) Erläuterung, hinzugefügt am 28/09/16: Nach Kant handelt es sich bei der Pflicht um die “Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung fürs Gesetz”. Gemeint ist hier das moralische Gesetz, welches jeder Mensch tief in seinem Inneren aufspüren kann. Diese Aussage ist in seinem Werk “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” zu finden. (AA IV, 400) | Zitiert aus Ausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1900. Der Pflichbegriff wurde in der Romantik poetologisch umgestülpt und damit für den Goetheanisten in Freiheit verwendbar.
2) Erläuterung, hinzugefügt am 28/09/16: Die Überführung der erstarrten “Sozialen Plastik” (Beuys) in den formbaren geschieht durch die Anwendung des “Kategorischen Imperatives”. Kant: “Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde.” Diese Aussage ist in seinem Werk “Grundlegung zur Metaphysik der Sitten” zu finden. (AA IV, 421) | Zitiert aus Ausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 1900. Auch der “Kategorische Imperativ” wurde in der Romantik poetologisch umgestülpt und damit für den Goetheanisten in Freiheit verwendbar.