no Historismus, no BRD, hōge (loslassen, jap.)

P1040518Einmal fragte jemand einen Zen-Meister: “Wenn ich zu Euch komme und nichts in den Händen trage, was tut ihr dann?” Der Adept bekam von ihm folgende Antwort: “Lege es nieder (hōge-jaku, jap.).” 1) Anti-historische Ironie. Historismus, der angeschaut werden kann. Das ist die seelische Attitüde der Romantik. Das ist die absolute Grundlage der Kunstreligion, das Fundament des indigenen Goethevolkes. Nur der Übermensch in uns, das Genie, will über das Nichts hinaus, einen neuen Stern gebären, weil nur das transzendentale Ich das chaos (altgr.) (Akashachronik, Äther) in sich trägt, nicht dasjenige Ich in der Matrix, das sich zum Personal in der despotischen Oligarchie entwürdigen läßt. Aber auch die Selbstvergötterung der neuen Mandarine aus der gutmenschlichen Klasse im ehemaligen Deutschland wird vorausgeahnt. 2) Das religiöse Nichts ist das des Äthers, der königliche Ursprung jeder transzendenten Entelechie (Erkenntnisidee), die nach jedem ephemeren Gesamtkunstwerk auf dem Erdenplan dort in Neu-Weimar erneut ihre dionysische hôchzît (mhd.) eine Ewigkeit lang feiert, bis sie sich wieder souverän für die nächste Teilnahme an der moralischen Evolution des Menschenbildes im irdischen Geschehen entscheidet. Continue reading “no Historismus, no BRD, hōge (loslassen, jap.)”

Aus dem Kanon: Hölderlin und die Gattung der Tragödie. Ein erstes Hinschauen (mit Video)

Auch die Individualität Hölderlin hat dem Goethevolk, den Bürgerinnen und Bürgern aus Neu – Weimar ein kostbares Organon hinterlassen, damit diese darauf aufbauend die je eigene âventiure erfolgreich bestehen können und die Rückkehr zum königlichen Ursprung damit auch gewährleistet ist. Hölderlins Anliegen, den Menschen den Weg zum ästhetischen Herzogtum als ihre ureigene Aufgabe anschaubar zu machen, gelingt ihm unter anderem dadurch, daß er von ihrer divinen Herkunft spricht. Aus eigenem Antrieb hätte die Individualität das herrliche Anwesen verlassen, um auf der Erde ihren Minnedienst zu leisten. Schon im raum – zeitlichen Geschehen wäre es ihm möglich poetologisch die ursprüngliche Einheit wiederherzustellen, die hochzît im höheren Sinne zu feiern, bevor er dann endlich die Propyläen hinaufgehen kann und ihm das Tor von Neu – Weimar offensteht. Empedokles und seinen letzten Tagen auf der Erde sind das Thema des Trauerspiels in zwei Akten “Der Tod des Empedokles” von Friedrich Hölderlin. Es folgt nun eine schöne, kurze Videosequenz aus dem Anfang des 1. Aktes.