(002) Attribut: Arete
Zusammenfassung
Dieser Text erörtert die Entwicklung des Individuums hin zu einer geistigen Ganzheit, die nicht durch äußere Institutionen oder Zwang, sondern nur durch innere Selbstbildung erreicht werden kann. Der Autor lehnt traditionelle religiöse oder gesellschaftliche Strukturen ab und ersetzt das Bild eines physischen Doms durch das “Gesamtkunstwerk“ der persönlichen Arete, welche über Äonen hinweg
Podcast des poetologischen Fragmentes im Stil einer Rezension
Der ewige Bau Deines eigenen Doms
geformt wird. Wahre Erkenntnis und menschliche Evolution entstehen demnach in einem autonomen Denkraum, der sich von materiellen Gleichheitsidealen abhebt und stattdessen in der obersten Ebene des freien Geistes verwurzelt ist. Damit fungiert die Schrift als flammendes Plädoyer für eine schöpferische Individualität, die ihre Bestimmung in der fortwährenden Veredelung des eigenen Wesens findet.
Poetologisches Fragment
Kein Baumeister außer dem Selbst: Wider den Zwang zur Gleichheit
Faust: “Nur Gewalt in allen ausdenkbaren Formen kann diesen als Irrweg gegen den Willen der totalexistierenden, geistig freien Individualität erzwingen. Wir brauchen keinen Dombaumeister mehr, der uns das irdische, sinnenfällige Haus einer Gottheit als Ersatz
Video des poetologischen Fragmentes im Stil einer Rezension
für das erkenntniskünstlerische Denken anbietet. Die Pflege eines Kulturgutes muss zum Erkenntnisgewinn beitragen, indem sein Beitrag zur Evolution des schöpfungsgemäßen Menschenbildes aufgezeigt wird.
Seit Goethe, Nietzsche und Rudolf Steiner ist der direkte Weg zu Ganzheit der indirekte über die Selbstbildung vermittelte. Der Aspekt des Ganzen ist das Ganze selbst. Jeder Mensch baut seinen eigenen Dom auf dem Land, das er nach seiner Wiedergeburt als das Gebiet vorfindet, welches er früher im Sinne Goethes, im Sinne der griechisch klassischen Paideia kultiviert hat.
Dieser Dom-Bau vollzieht sich unaufhörlich und über Äonen hinweg. Zusammengenommen ist es der Dom-Bau, das Gesamtkunstwerk, die aus den besonderen Menschengeistern bestehende Arete aller. Jeder in der sogenannten Öffentlichkeit der Natur aufgezwungene Dom-Bau widerspricht den lebendigen Schöpfungsgesetzen. Der zeitgemäße und dem Wesen des Menschen entsprechende Dom kommt aus der Zukunft und steht nicht auf der untersten Seins-Ebene des Totenreiches, wo der Gleichheitsbegriff seine menschenverachtende Vollendung erfährt, sondern auf der obersten Seins-Ebene des freien Menschengeistes.” (wird fortgesetzt)
Henryk Dykier. Copyright(C). Alle Rechte ohne Ausnahmen vorbehalten!
Änderungen
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*1) (14/02/26) Aus ‘wiederspricht’ wird ‘widerspricht’.
*2) (14/02/26) Aus ‘muß’ wird ‘muss’.
*3) (14/02/26) Die Urheber-Zeile wurde eingefügt.
*4) (14/02/26) Die Sprecher-Instanz ‘Faust’ wurde dem Fragment vorangestellt.