Hygieia und Ares

(005) Attribut: Gestalt. Natur und Geist, Natur und Kunst. Über die Bildung in Verbindung mit dem Verstand, der Vernunft und der Ideenwelt wird das mir persönlich von der Göttin Hygieia Gegebene ein Mittel um den Gott Ares zu zähmen, das Prinzip der Natur für die Evolution der geistig absolut freien Individualität in ihrer besonderen Darstellungsform sichtbar werden zu lassen. Die Goethea, der Goethe ist die anmutige Gestalt, das harmonische Ganze im dynamischen Zustand des erkenntniskünstlerischen Werdens und jenseits aller fremdbestimmenden Vorurteile. Auch kein Dämon der Selbstzensur darf eintreten! Was soll es sonst noch für mich geben, als das kunstgeschichtlich Anschaubare, dem ich mich betrachtend ästhetisch autonom zuwende. Hygieia, das hohe Wesen der reinen Erfahrung, liefert mir dann alles, was ich für meine Handlungstheorie benötige. Die ‘Hyäne’ in mir, die unerschöpfliche, rohe Kraft des in jeder Hinsicht ungebändigten Willens einschließlich seiner dämonischen Begleiter-innen verwandelt sich dann in die der Situation entsprechende, dem kategorischen Imperativ (Kant) entsprechenden Tatsache.

Es gibt keinen direkten Zugang zu Ganzheit!

(002) Attribut: Arete. Nur Gewalt in allen ausdenkbaren Formen kann diesen als Irrweg gegen den Willen der totalexistierenden, geistig freien Individualität erzwingen. Wir brauchen keinen Dombaumeister mehr, der uns das irdische, sinnenfällige Haus einer Gottheit als Ersatz für das erkenntniskünstlerische Denken anbietet. Die Pflege eines Kulturgutes muß zum Erkenntnisgewinn beitragen, indem sein Beitrag zur Evolution des schöpfungsgemäßen Menschenbildes aufgezeigt wird. Seit Goethe, Nietzsche und Rudolf Steiner ist der direkte Weg zu Ganzheit der indirekte über die Selbstbildung vermittelte. Der Aspekt des Ganzen ist das Ganze selbst. Jeder Mensch baut seinen eigenen Dom auf dem Land, das er nach seiner Wiedergeburt als das Gebiet vorfindet, welches er früher im Sinne Goethes, im Sinne der griechisch klassischen Paideia kultiviert hat. Dieser Dombau vollzieht sich unaufhörlich und über Äonen hinweg. Zusammengenommen ist es der Dombau, das Gesamtkunstwerk, die aus den besonderen Menschengeistern bestehende Arete aller. Jeder in der sogenannten Öffentlichkeit der Natur aufgezwungene Dombau wiederspricht den lebendigen Schöpfungsgesetzen. Der zeitgemäße und dem Wesen des Menschen entsprechende Dom kommt aus der Zukunft und steht nicht auf der untersten Seinsebene des Totenreiches, wo der Gleichheitsbegriff seine menschenverachtende Vollendung erfährt, sondern auf der obersten Seinsebene des freien Menschengeistes.