(1377) +++ Fluxus (I) +++ Ares Blütherein: “Gestern ließ ich meine Fluxus-Aktion am Rüttenscheider bewusst, gewaltfrei und alle Gesetze des Übergangs-Regimes einhaltend im Rahmen meiner Kunstfreiheit eskalieren, um mich und auch die BRD-Matrix näher an die Entwicklungsfront zu führen, damit der Verlebendigungsprozess sich intensiver in die Empfindung eingräbt, damit er in dem Machtdispositiv (Foucault) Veränderungen herbeiführt!

Der Ausgang des sozialen Experimentes brachte zwar nicht den gewünschten Erfolg, was in einem Bürgerkrieg immer wieder vorkommt, zeigte aber auf, was im Anschluss daran zu tun ist, um auf eine andere Weise das Hauptziel zu erreichen, die Agora als Platz des Volkes im kommunalen Gerangel um Macht und Geld genau dort einzurichten, wo jetzt die Kunst wie ein lästiges Übel behandelt wird!

Jedenfalls war ich in der Lage wie üblich meine Parolen rufend, ein Pappschild hochhaltend und mit weißer Kreide jene auf den Gehweg schreibend meine Performance-Art der ‘Argonautik’ dem Publikum darzubieten! Was rief ich denn nun in die Menge der vorbeifließenden Passanten und ließ ich auf der roten Fläche lesbar zurück? Folgende Leitsätze wurden immer wiederholt sprachlich gesetzt: ‘Pfingsten, Fest der Individualität!’ und ‘Correctiv, Dualisten arbeiten per se mit Hass!’ Beide Slogans materialisierten sich auch mehrfach auf den dazu intuitiv ausgesuchten Stellen wieder!

An einer Stelle vor einem Cafe auf der Agora, gelang mir zwar wieder der Schriftzug, doch nur unter der Aufforderung des männlichen Dienstpersonals mich unverzüglich zu entfernen und der Aussage, dass er meinen sichtbaren Einsatz der Kreide sofort mit Wasser beseitigen würde! Nachdem diese ikonoklastische Handlung geschehen war, bat ich die Polizei telefonisch darum meine grundgesetzlich geschützte Tätigkeit zu begleiten und schlichtend einzugreifen! Das Ergebnis war die Aufforderung nicht mehr mitten in dem für die Passanten und dem Bedienungspersonal freigehaltenen Durchgang im Außenbereich aufzutreten und auch auf verbale Kundgebungen zu verzichten! Am Rand und jeweils vor oder nach der Passage jedoch sei es mir gestattet!” (in Arbeit)


Henryk Dykier. Copyright (C). Alle Rechte ohne Ausnahmen vorbehalten!

