Poesie und Praxis. Praxis und Poesie. Aristoteles zur Handlungstheorie (I) (mit Haiku)

‘Freiheit’, ‘Gleichheit’ und ‘Brüderlichkeit’ stehen in einem bestimmten Verhältnis zueinander, wobei die ‘Gleichheit’ beide verbindet. Aus der ‘Freiheit’, aus der ‘reinen Gegenständlichkeit’, aus der ‘Leere’ (Enso) heraus in der ‘bedingten Plutowelt’ so zu sprechen, wie es der eigenen ‘totalexistierenden Individualität’ entspricht, das ist ‘Gleichheit’. So entkommen Sie auch dem Framing der “ÖR”, dem Zugriff der ‘Zwangsberichterstatter-innen’ der “revisionistischen Bürokratie” (Jaques Ranciere). ‘Gleichheit’ ist aber gleichzeitig auch, das selbstbestimmt herstellen zu können, was zu dieser ‘heiligen Rede’ passt. So entsteht die überzeitliche und überräumliche ‘polis’, die “symbolische Fülle” (Goethe, Pandora) als Ausgangspunkt für den nächsten ‘ENSO-Schritt’, in dem die ‘praxis’ nicht Bürgerkrieg oder Krieg bedeutet, sondern ‘Brüderlichkeit’, das Aufgehen im ‘reinen Streben’, im ‘jungfräulichen Staub’ der ‘rotgardistischen Morphai’. Erinnern wir uns doch einfach an die aristotelische Trennung der menschlichen ‘Tätigkeit’ in die Poesie (Herstellen) und die Praxis (Handeln), zum besseren Verständnis des ‘leuchtenden Pfades’ nach ‘Neu-Weimar’. 1) Uns ‘Goetheanisten’ und ‘Maoisten’ zeigt er wo das zu lösende Problem unter der Sklaverei der ‘Westlichen Wertegemeinschaft’ und ihrer Lakaien versteckt ist. Es ist in der kapitalistischen Spaltung des ‘Herstellens’ in die ‘entfremdete Arbeit’ und einem verengten Begriff des ‘Herstellens’ zu finden. In den dadurch enstehenden ‘Zwangsverrichtungsräumen’, den ‘Konzentrationslagern’, den ‘Vernichtungscamps’ wird die ‘poetologische Selbstbildungsfähigkeit’ des Menschen mit Gewalt für oligarchische Ziele missbraucht. Statt poetisch und praktisch das geistig absolut freie eigene ‘Wollen’ dem ‘zeitgemäßen Ganzen’ zur Verfügung zu stellen, wird der Mensch ‘mechanistisch’ dazu gezwungen seine auf Anweisungen hin geschaffenen Produkte in einem ihm fremden Werkraum den Sklavenhalter-innen für einen unwürdigen Hungerlohn zu übereignen. Er wird gotteslästerlich, entgegen den Vorgaben seiner ‘Erkenntnisidee’ (‘Entelechie’) wie ein Ding unter Dingen in einer von ihm abgetrennten Praxis völkermörderisch verbraucht. Seine in ihm der Möglichkeit nach angelegte ‘Kunstrevolution’, in der Poesie und Praxis sich dieser anschmiegen, wird auf ein wirtschaftlich verwertbares Gut reduziert, welches die Gerechtigkeit zerstört, da es allein den Machthaber-innen gehört, obwohl es doch ohne die wertvolle ‘Imagination’ der zur Arbeit “verdammten Poesie” nicht in das ontologische Stadium des Seins hätte treten können. (wird fortgesetzt)
_________________
1) Journal Artikel “Praxis und Poesie. Zu einer handlungstheoretischen Unterscheidung des Aristoteles” in der “Zeitschrift für philosophische Forschung”. Band 30, Heft 1, 1976, published by: Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main.

About

Categories: Uncategorized