Paideia statt Kultur, statt Zivilisation, statt Gesellschaft, statt Barbarei

(009) MODUL: Paideia (II), Artemis-Institut.  ¶  Die kulturrevolutionäre Wiederanknüpfung an den altgriechischen Begriff der Paideia soll den weiteren geistigen Verfall unserer Lebensgrundlagen und die damit zusamenhängenden Krankheitserscheinungen des Gemeinschaftswesens umkehren. In der Hochzeit der menschlichen Entwicklung, in der Epoche der griechischen Antike in der Mitte des 1. Jahrtausends vor der christlichen  Zeitrechnung dachten unsere geistigen Vorfahren den Kulturbegriff als Paideia. Hierunter verstanden sie aber wesentlich mehr, als wir heute. Er war mehr als nur berufliche  Erziehung. Unaufhörliche, lebenslange Selbsterziehung zum Guten, die schicksalshafte Einheit der eigenen meisterhaft gelösten Lebensaufgabe mit dem Polisgeschehen war ein natürlicher, nicht hinterfragter, selbstverständlicher Prozess.

Paideia – Weitere Annäherung an die goetheanistische Lebensart

(008)MODUL: Paideia (I), Artemis-Institut.  ¶  Paideia ist der Vorgang der Selbstentwicklung, Selbstvervollkommnung mit dem Ideal der Arete als Bildungsziel. Der Erwerb der persönlichen Tüchtigkeit, wodurch die individuelle Lebensaufgabe ohne unüberwindbare Hindernisse gelöst werden kann, führt auch zur Selbstoffenbarung des eigenen wahren Wesens, zur Selbsterkenntnis. Paideia ist ohne direktdemokratische Einflußnahme am Polisgeschehen nicht denkbar. Der aktuelle Kulturbegriff sowie der Begriff der Zivilisation findet hier keine Verwendungsmöglichkeit mehr, da er zum einen rein beschreibend eingesetzt wird und zum anderen den technischen Aspekt der Weltbeherrschung betont. Paideia steht für die naturphilosophische Selbstintegration in den vernünftigen Weltengrund. (wird fortgesetzt)

Bildung, Kunst und Religion sind eine Einheit!?

(007) MODUL: Hochschuldidaktik (I), Artemis-Institut.  ¶  Bildungserfolge stellen sich nicht allein durch kleinere Klassen, durch mehr Geld und Lehrer, durch Einrichtung einer Vorschule im Kleinkindalter und auch nicht durch wiederholte sogenannte Schulreformen ein. Auch hier gilt das, was im Gesundheitsbereich beachtet werden muß. Wird die geistige Hauptursache beseitigt, dann muß auch nicht mehr an den körperlichen Erscheinungen gearbeitet werden. Der Bildungsbegriff selbst muß lebendiger, schöpfungsgemäßer gefaßt werden. Wenn Bildung als Selbstbildung gedacht wird, wenn Bildung als religiöse Handlung der geistig freien Individualität verstanden wird, dann wird aus der Lehrerausbildung Selbsterziehung zur Entwicklungsbegleitung und dann nimmt das Verhältnis des Lehrers gegenüber seinen Schülern die Form einer erkenntniskünstlerischen Erweckungsgemeinschaft an. Als Beispiel einer am Urbild der Erziehungswissenschaft sich orientierende Verwirklichung des oben genannten finden Sie unten einen kleinen Einblick in das Geschehen am Institut für Waldorf-Pädagogik in Witten-Annen.